Randthemen der Kardiotechnik
Risikomanagement in einer Kardiotechnik
Grundsätzlich beginnt Risikomanagement in dem Moment, in dem eine Vision,
ein Wunschbild der zukünftigen Realität, entsteht. Denn die Chancen, die
man dazu wahrnehmen muss, werden durch Unwägbarkeiten gefährdet. Ohne konkrete
Ziele lassen sich keine Abweichungen messen.“ Risikomanagement besteht also
aus Risikoanalyse und strategischem Risikomanagement mit dem Ziel der Transparenz,
Förderung des Risikobewusstseins, Kontrolle und der Reduktion von Risiken.
Wenn von Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und Risikomanagement die
Rede ist, verweisen viele Autoren auf Luftfahrtkonzerne, die durch entsprechende
Maßnahmen ein Maximum an Flugsicherheit anstreben. Mehr
Informationen im Beitrag von Harald Keller ...
Das
Internationale Operationszentrum in Asmara/Eritrea
Lässt man grundsätzliche Vorab-Aktivitäten wie das Sammeln von Material
und Spenden, den Versand des Equipments und das Zusammenstellen eines kompletten
Teams beiseite, beginnt eine typische Asmara- Aktion mit der – meist nächtlichen
– Ankunft nach einer gut zehnstündigen Reise. Am Morgen des ersten Tages
begeben sich die Mitglieder der einzelnen Fachabteilungen in das Operationszentrum,
um ihr Material auszupacken und dann die Intensivstation, den OP und die
Anästhesiebereiche einsatzbereit zu machen. Parallel sichten und untersuchen
die ärztlichen Teammitglieder im Nachbargebäude, zusammen mit der in Deutschland
geschulten Kinderärztin Dr. Tsegereda, die ersten Kinder, um für die kommenden
Tage einen OP-Plan zu erstellen. Die Auswahl der operationsfähigen Kinder
verläuft nach etwas anderen Gesichtspunkten als in der Heimat. Es wird Wert
auf einzeitige, möglichst „direkt kurative“ Eingriffe gelegt, da z. B. langwierige
postoperative Therapien oder die dauerhafte Einstellung eines Patienten
mit Antikoagulanzien in Eritrea kaum realisierbar sind. Deshalb lautet die
Zielformulierung unserer Arbeit, dass die kleinen Patienten und Patientinnen
durch den anstehenden Eingriff möglichst vollständig wiederhergestellt werden
sollten, um in der einheimischen Gesellschaft auf „eigenen Beinen“ stehen
zu können. (Abb.: Bereits ab Verlegung auf die Intermediate-Care-Station
helfen die Eltern bei der post-operativen Betreuung der Kinder mit.). Mehr
Informationen im Beitrag von Lars Mohrenstecher ...
Säuglings-EKZ
als humanitäre Hilfe für Ägypten
Kölner Mediziner folgten der Einladung einer niederländisch-ägyptischen
Gesellschaft, die jährlich mehrfach europäische Spitzenmediziner zur direkten
medizinischen Hilfe und zur Weiterbildung nach Ägypten vermittelt (Abb.:
Universitäts-Kinderklinikum Kairo – Haupteingang). Mehr
Informationen im Beitrag von Axel Baier, Alexander Vehling ...
Vom Kardiotechniker zum Druckkammertechniker – im Kuramathi Medical
Centre auf den Malediven
In der Druckkammer können von Tauchunfällen Betroffene intensivmedizinisch
versorgt werden. Gleichzeitig steht sie auch für die Hyperbare Oxygenations
(HBO) -Therapie anderer Erkrankungen und für Notfälle bereit. Das Behandlungszentrum
verfügt außerdem über Röntgen, EKG, Audiometrie, ein kleines Labor und eine
Krankenstation mit zwei Betten. Die notfallmedizinische Versorgung wird
durch einen 24-stündigen Dienst sichergestellt. In der Klinik arbeiten:
ein spezieller Tauchmediziner, ein praktischer Arzt, eine Krankenschwester
und ein Druckkammerassistent. Nicht nur die Touristen, auch die Angestellten
der Hotelinsel und des gesamten Rashdoo-Atolls werden hier medizinisch versorgt
(Abb.: Druckkammerfahrstand auf Kuramathi). Mehr
Informationen im Beitrag von Markus Stiller ...
Autologe Blutkomponententherapie
Ging es bis vor einigen Jahren ausschließlich darum, Erythrozyten aus dem
Operationsgebiet zu separieren, so hat sich das Verständnis hin zu weiterführenden
Anwendungen gewandelt. In Zeiten, in denen der Bedarf an Fremdblut und Plasma
ständig steigt und gleichzeitig die Bereitschaft der Bevölkerung zur Blutspende
abnimmt, muss für große Operationen vor allem in der Orthopädie, Abdominalchirugie
und in der Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie nach neuen Ansätzen gesucht
werden. etablieren. Die autologe Blutkomponententherapie schließt neben
dem Separieren und Waschen von Erythrozyten auch die Plasmasequestrierung,
die Separierung von plättchenreichem Plasma (PRP) sowie die Gewinnung von
autologem Thrombozyten- Gel (APG) mit ein (Abb.: Thrombin und Cryopräzipitat
am Harvest Rack des ThermoGenesis-Systems). Mehr
Informationen im Beitrag von Hans Seiler ...
Das Kardiotechniker-Patienten-Verhältnis - rechtliche und praktische
Aspekte
Auch wenn der Patient einer Operation am offenen Herzen den Kardiotechniker
in aller Regel nicht direkt kennen lernt, hat dessen Tätigkeit erheblichen
Einfluss auf sein Wohlbefinden und das gesamte Gelingen dieser Eingriffe.
Im Hinblick auf die große Bedeutung der Arbeit von Kardiotechnikern, ihr
notwendiges erhebliches Wissen aus vielen Bereichen und die erforderliche
praktische Fähigkeit, dieses Wissen sekundenschnell zur Anwendung bringen
zu können, erscheint es, trotz der sich nicht ändernden Haftungs- und Dokumentationsfragen,
auch aus Sicht des Patienten notwendig, das Berufsbild des Kardiotechnikers
gesetzlich anzuerkennen und die Voraussetzungen des Abschlusses einschließlich
notwendiger Weiterbildungen genau zu regeln. Mehr
Informationen im Beitrag von Dr. Dietlinde Albrecht Lehrstuhl für Strafrecht,
Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung und Medizinrecht (Prof. Dr. Hans Lilie),
Juristische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ...
Qualitätsmanagement im Krankenhaus – Abteilung Kardiotechnik
Die Bereitstellung und Erhaltung von Prozessausrüstung – sind für Kliniken
und Ärzte als Betreiber von Medizinprodukten vom Gesetzgeber in der MPBetreibV
präzisiert. Die Normenforderungen sind ein Instrument der Führung zur Durchsetzung
von definierten Qualitätsmerkmalen und zur Einhaltung optimierter Prozessabläufe
unter Berücksichtigung der Kundenforderungen. Die Leitung eines Unternehmens
oder einer Organisation definiert die Philosophie, und diesen Leitlinien
folgend, werden die Prozesse ausgerichtet. Mehr
Informationen im Beitrag von Gudrun Hüneke ...
Kardiotechniker
im Transplantationsdienst
Die Organisation und Durchführung von Transplantationen erfordert schon
im Vorfeld ein Höchstmaß an Kompetenz, Zuverlässigkeit und Präzision. Von
der Akzeptanz des vermittelten Spenders bis hin zur Transplantation ist
es ein Wettlauf mit der Zeit. Der Transplantkoordination obliegt es auf
der einen Seite, das Explantteam ohne großen Zeitverlust und unter Vermeidung
von möglichen Risiken zum Ort der Entnahme zu senden, auf der anderen Seite
muss der potentielle Empfänger rechtzeitig zum Herzzentrum gelangen, um
hier auf die eventuell bevorstehende Transplantation vorbereitet zu werden.
Für das Explantteam ist die Zeit der limitierende Faktor. Innerhalb von
vier Stunden nach der Entnahme des Spenderorgans sollte das Herz transplantiert
werden. Die Zeit, die Entfernung zwischen Spenderklinik und dem Herzzentrum
und nicht zuletzt die Witterungsumstände beeinflussen die Wahl des Transportmediums.
Hier reicht die Palette vom Notarztwagen bis hin zum Learjet. Die Fahrten
bzw. Flüge zum Spender und zurück zum Herzzentrum sind trotz gebotener Vorsicht
nicht ohne Risiko (Abb.: Einsatzradius und Organspenderorte in Europa).
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Informationen im Beitrag von Heinz-Hermann Weitkemper ...
Intrakardiale Druckmessung
Vor Aufnahme der extrakorporalen Zirkulation beginnt der Operateur mit der
Druckmessung, indem er am freipräparierten Herz eine Messkanüle in die entsprechenden
Herzkammern einführt. Verschiedene Herzvitien erfordern unterschiedliche
Messvorgänge. So werden z. B. bei einer Aortenstenose folgende Messungen
durchgeführt: Da bei einer Aortenstenose in der linken Herzkammer ein erhöhter
Druck aufgebaut werden muss, um das Blut durch die verengte Klappenöffnungsfläche
in die Aorta zu pumpen, entsteht ein Druckgradient zwischen Ventrikel- und
Aortensystole. Gemessen wird der linke Ventrikeldruck und der Aortendruck
mit provozierter Extrasystole, um eine subvalvuläre Stenose auszuschließen.
Die normale Öffnungsfläche der Aortenklappe beträgt zwischen 2,5–3,6 cm2
Erst bei einer Öffnungsfläche < 1 cm2 wird der Blutstrom deutlich
behindert. Bei einer ermittelten Klappenöffnungsfläche < 0,5 cm2
spricht man von einer schweren Aortenstenose, die sich im späteren Verlauf
der Krankheit einstellen kann (Abb.: Herzdruckmessplatz). Mehr
Informationen im Beitrag von Michael Richter ...
Aufbau einer Herzchirurgie im südamerikanischen Staat Surinam
In Surinam existiert keine Herzchirurgie. Zu den dominierenden Herzerkrankungen
zählen die Koronarsklerose und das rheumatische Mitralvitium. Patienten
mit diesen Erkrankungen, von denen schätzungsweise 5–8 % der Bevölkerung
betroffen sind, konnten im eigenen Land nicht interventionell behandelt
werden. Aufgrund der langjährigen kolonialen Zugehörigkeit zu Holland wurden
im Rahmen eines humanitären Unterstützungsprojektes früher ca. 50–100 Patienten
pro Jahr zu einer Herzoperation nach Holland ausgeflogen. Gutsituierte Surinamesen
ließen sich als Selbstzahler vorwiegend in den USA operieren. Die Behandlung
im Ausland war in jedem Fall kostenintensiv und bedeutete fü die Patienten
eine längerfristige Trennung von ihren Angehörigen und der gewohnten Umgebung.
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Informationen im Beitrag von Dirk Buchwald ...
Die
transmyokardiale Laserrevaskularisation (TMLR)
Der Heart-Laser wird für das chirurgische transmyokardiale Revaskularisations-Verfahren
eingesetzt. Mit dem TMLR-Verfahren werden am schlagenden Herzen neue Kanäle
erzeugt, die es dem sauerstoffangereicherten Blut in der linken Herzkammer
ermöglichen, von Atherosklerose befallene ischämische Herzmuskeln zu versorgen.
In unserer Klinik kommt die transmyokardiale Laserrevaskularisation zum
Einsatz bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung, bei denen ein Venengraft
nicht möglich ist, z.B. bei sog. Small-Vessels-Disease, diffuser Sklerose
der Koronararterien, Re-ACB, aber auch in Kombination mit HLM. Es werden
in dem betroffenen ischämischen Gebiet mit dem Laser Kanäle von ca. 1 mm
Durchmesser erzeugt, die transmural durch die Ventrikelwand verlaufen und
anschließend epikardial wieder verschließen. Das Erzeugen von Laserkanälen
am schlagenden Herzen erfordert einen Laser, der eine extrem hohe Energie
abgeben kann. Wir verwenden hierzu einen CO2-Laser (800 Watt)
von 10–99 ms, der mit dem EKG synchronisiert wird. Der Heart-Laser verfügt
über einen zusätzlichen He-Ne-Laser, der einen roten Leitstrahl aussendet
und somit zur Orientierung und exakten Anbringung des CO2-Laserstrahls
dient (Abb.: Rechtwinkliges Ansatzstück mit Gelenkarm und Laser-Leitstrahl).
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Informationen im Beitrag von Rigobert Schnur ...
Kardiotechnik in Syrien
Die Herzchirurgie in Syrien bewältigt etwa 7000 Operationen pro Jahr. Dies
bedeutet also 437 Operationen mit Herz-Lungen-Maschine pro einer Million
Einwohner. Die Tendenz ist hier leicht steigend. In Syrien wird jede Herzoperation
mit der gewohnten Professionalität erledigt. Materialien und Vorgehensweisen
entsprechen dem gewohnten Bild. Dabei ist jedoch die technische Ausstattung,
z. B. die Herz-Lungen-Maschinen, im Durchschnitt älter als in der Bundesrepublik.
Man ist dort nicht in der Lage, veraltende medizinische Geräte so schnell
durch modernere zu ersetzen wie bei uns, die Kosten dafür sind einfach nicht
tragbar. In der Regel werden die Geräte solange gebraucht, wie sie funktionieren.
Deutliche Unterschiede jedoch zeigen sich sowohl im gesamten Tagesablauf
als auch in der Organisation der einzelnen Operation. Zum einen liegt dies
sicher an der deutlich anderen Lebensweise (man fängt dann zu operieren
an, wenn alle da sind), die den Tag nicht derart streng durchstrukturiert
ablaufen läßt. Zum anderen natürlich an den deutlich niedrigeren OP-Zahlen
pro Hospital und Mitarbeiter. Mehr
Informationen im Beitrag von Volker Schmidt ...
Dialyse
Die Auswahl des Hämodialyseverfahrens (Azetat- oder Bicarbonat-Dialyse),
des geeigneten Dialysats sowie die Vorabfestlegung der relevanten Dialyseparameter
(z.B. Regelung des Volumenstatus, Heparinisierung) wird in einer Vorbesprechung
mit dem zuständigen Arzt getroffen. Der Kardiotechniker beginnt daraufhin
mit den folgenden vorbereitenden Maßnahmen: Desinfektion des Dialysegerätes,
steriler Aufbau des Dialyse-Systems, dessen Vorfüllen mit kristalloider
Lösung unter Heparinzugabe und Eingabe aller dialyserelevanten Parameter.
Die Heparinzugabe während der Dialyse erfolgt kontinuierlich und richtet
sich nach den Gerinnungseigenschaften des Blutes des jeweiligen Patienten.
Ein ACT-Wert zwischen 120–150 s ist ausreichend, um eine Koagulation im
extrakorporalen Kreislauf zu verhindern. Nach einer technischen Kontrolle
kann der Patient an das Dialysegerät angeschlossen werden. Mehr
Informationen im Beitrag von Michael Richter ...