Randthemen der Kardiotechnik
Behandlung herzkranker Kinder und junger Erwachsener
in Laos
„Sawbadee“
(laotisch „Hallo“) heißt es mal wieder für das herzchirurgische Team aus Freiburg.
Nach einem 15-stündigen Flug und einer Temperaturdifferenz von 40 °C, die Koffer
schnell im Hotel abgestellt, geht es gleich in das nahegelegene Hôpital Universitaire
de Mahosot in der laotischen Hauptstadt Vientiane (Abb. 1). Seit dem Jahr 2004
beteiligt sich das Universitäre Herz-Kreislauf-Zentrum Freiburg vor Ort mit einem
etwa 10-köpfigen Team, bestehend aus Herzchirurgen, Kinderkardiologen, Anästhesisten,
Kardiotechnikern, OP- und Intensivpflegern, an einem Hilfsprojekt zur Behandlung
herzkranker Kinder. Mehr
Informationen im Beitrag von Susanne Prassek, ...
Kardiotechnik im
Perfusionsservice
Outsourcing im Krankenhaus ist seit Langem Alltag:
Die Kliniken kaufen die Leistungen externer Anbieter – das geht vom Krankentransport
über die Essensversorgung bis hin zu technisch hochwertigen Versorgungsprozessen.
Bei der Frage nach Outsourcing geht es grundsätzlich um die Entscheidung „make
or buy“. Die von den Krankenhäusern erbrachte Leistung ist sehr personalintensiv.
Das Vorhalten von ausgebildetem Personal und entsprechender Infrastruktur ist
ein enormer Kostenblock. Wirtschaftliche Zwänge bringen die Krankenhäuser zum
Umdenken. Mehr
Informationen im Beitrag von Harald Keller ...
Risikomanagement
in einer Kardiotechnik
Grundsätzlich beginnt Risikomanagement in
dem Moment, in dem eine Vision, ein Wunschbild der zukünftigen Realität, entsteht.
Denn die Chancen, die man dazu wahrnehmen muss, werden durch Unwägbarkeiten gefährdet.
Ohne konkrete Ziele lassen sich keine Abweichungen messen.“ Risikomanagement besteht
also aus Risikoanalyse und strategischem Risikomanagement mit dem Ziel der Transparenz,
Förderung des Risikobewusstseins, Kontrolle und der Reduktion von Risiken. Wenn
von Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und Risikomanagement die Rede ist,
verweisen viele Autoren auf Luftfahrtkonzerne, die durch entsprechende Maßnahmen
ein Maximum an Flugsicherheit anstreben. Mehr
Informationen im Beitrag von Harald Keller ...
Das
Internationale Operationszentrum in Asmara/Eritrea
Lässt man grundsätzliche
Vorab-Aktivitäten wie das Sammeln von Material und Spenden, den Versand des Equipments
und das Zusammenstellen eines kompletten Teams beiseite, beginnt eine typische
Asmara- Aktion mit der – meist nächtlichen – Ankunft nach einer gut zehnstündigen
Reise. Am Morgen des ersten Tages begeben sich die Mitglieder der einzelnen Fachabteilungen
in das Operationszentrum, um ihr Material auszupacken und dann die Intensivstation,
den OP und die Anästhesiebereiche einsatzbereit zu machen. Parallel sichten und
untersuchen die ärztlichen Teammitglieder im Nachbargebäude, zusammen mit der
in Deutschland geschulten Kinderärztin Dr. Tsegereda, die ersten Kinder, um für
die kommenden Tage einen OP-Plan zu erstellen. Die Auswahl der operationsfähigen
Kinder verläuft nach etwas anderen Gesichtspunkten als in der Heimat. Es wird
Wert auf einzeitige, möglichst „direkt kurative“ Eingriffe gelegt, da z. B. langwierige
postoperative Therapien oder die dauerhafte Einstellung eines Patienten mit Antikoagulanzien
in Eritrea kaum realisierbar sind. Deshalb lautet die Zielformulierung unserer
Arbeit, dass die kleinen Patienten und Patientinnen durch den anstehenden Eingriff
möglichst vollständig wiederhergestellt werden sollten, um in der einheimischen
Gesellschaft auf „eigenen Beinen“ stehen zu können. (Abb.: Bereits ab Verlegung
auf die Intermediate-Care-Station helfen die Eltern bei der post-operativen Betreuung
der Kinder mit.). Mehr
Informationen im Beitrag von Lars Mohrenstecher ...
Säuglings-EKZ
als humanitäre Hilfe für Ägypten
Kölner Mediziner folgten der Einladung
einer niederländisch-ägyptischen Gesellschaft, die jährlich mehrfach europäische
Spitzenmediziner zur direkten medizinischen Hilfe und zur Weiterbildung nach Ägypten
vermittelt (Abb.: Universitäts-Kinderklinikum Kairo – Haupteingang). Mehr
Informationen im Beitrag von Axel Baier, Alexander Vehling ...
Vom Kardiotechniker zum Druckkammertechniker – im Kuramathi Medical Centre
auf den Malediven
In der Druckkammer können von Tauchunfällen Betroffene
intensivmedizinisch versorgt werden. Gleichzeitig steht sie auch für die Hyperbare
Oxygenations (HBO) -Therapie anderer Erkrankungen und für Notfälle bereit. Das
Behandlungszentrum verfügt außerdem über Röntgen, EKG, Audiometrie, ein kleines
Labor und eine Krankenstation mit zwei Betten. Die notfallmedizinische Versorgung
wird durch einen 24-stündigen Dienst sichergestellt. In der Klinik arbeiten: ein
spezieller Tauchmediziner, ein praktischer Arzt, eine Krankenschwester und ein
Druckkammerassistent. Nicht nur die Touristen, auch die Angestellten der Hotelinsel
und des gesamten Rashdoo-Atolls werden hier medizinisch versorgt (Abb.: Druckkammerfahrstand
auf Kuramathi). Mehr
Informationen im Beitrag von Markus Stiller ...
Autologe Blutkomponententherapie
Ging es bis vor einigen
Jahren ausschließlich darum, Erythrozyten aus dem Operationsgebiet zu separieren,
so hat sich das Verständnis hin zu weiterführenden Anwendungen gewandelt. In Zeiten,
in denen der Bedarf an Fremdblut und Plasma ständig steigt und gleichzeitig die
Bereitschaft der Bevölkerung zur Blutspende abnimmt, muss für große Operationen
vor allem in der Orthopädie, Abdominalchirugie und in der Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie
nach neuen Ansätzen gesucht werden. etablieren. Die autologe Blutkomponententherapie
schließt neben dem Separieren und Waschen von Erythrozyten auch die Plasmasequestrierung,
die Separierung von plättchenreichem Plasma (PRP) sowie die Gewinnung von autologem
Thrombozyten- Gel (APG) mit ein (Abb.: Thrombin und Cryopräzipitat am Harvest
Rack des ThermoGenesis-Systems). Mehr
Informationen im Beitrag von Hans Seiler ...
Das Kardiotechniker-Patienten-Verhältnis - rechtliche und praktische
Aspekte
Auch wenn der Patient einer Operation am offenen Herzen
den Kardiotechniker in aller Regel nicht direkt kennen lernt, hat dessen Tätigkeit
erheblichen Einfluss auf sein Wohlbefinden und das gesamte Gelingen dieser Eingriffe.
Im Hinblick auf die große Bedeutung der Arbeit von Kardiotechnikern, ihr notwendiges
erhebliches Wissen aus vielen Bereichen und die erforderliche praktische Fähigkeit,
dieses Wissen sekundenschnell zur Anwendung bringen zu können, erscheint es, trotz
der sich nicht ändernden Haftungs- und Dokumentationsfragen, auch aus Sicht des
Patienten notwendig, das Berufsbild des Kardiotechnikers gesetzlich anzuerkennen
und die Voraussetzungen des Abschlusses einschließlich notwendiger Weiterbildungen
genau zu regeln. Mehr
Informationen im Beitrag von Dr. Dietlinde Albrecht Lehrstuhl für Strafrecht,
Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung und Medizinrecht (Prof. Dr. Hans Lilie),
Juristische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ...
Qualitätsmanagement im Krankenhaus – Abteilung Kardiotechnik
Die Bereitstellung und Erhaltung von Prozessausrüstung – sind für Kliniken und
Ärzte als Betreiber von Medizinprodukten vom Gesetzgeber in der MPBetreibV präzisiert.
Die Normenforderungen sind ein Instrument der Führung zur Durchsetzung von definierten
Qualitätsmerkmalen und zur Einhaltung optimierter Prozessabläufe unter Berücksichtigung
der Kundenforderungen. Die Leitung eines Unternehmens oder einer Organisation
definiert die Philosophie, und diesen Leitlinien folgend, werden die Prozesse
ausgerichtet. Mehr
Informationen im Beitrag von Gudrun Hüneke ...
Kardiotechniker
im Transplantationsdienst
Die Organisation und Durchführung von Transplantationen
erfordert schon im Vorfeld ein Höchstmaß an Kompetenz, Zuverlässigkeit und Präzision.
Von der Akzeptanz des vermittelten Spenders bis hin zur Transplantation ist es
ein Wettlauf mit der Zeit. Der Transplantkoordination obliegt es auf der einen
Seite, das Explantteam ohne großen Zeitverlust und unter Vermeidung von möglichen
Risiken zum Ort der Entnahme zu senden, auf der anderen Seite muss der potentielle
Empfänger rechtzeitig zum Herzzentrum gelangen, um hier auf die eventuell bevorstehende
Transplantation vorbereitet zu werden. Für das Explantteam ist die Zeit der limitierende
Faktor. Innerhalb von vier Stunden nach der Entnahme des Spenderorgans sollte
das Herz transplantiert werden. Die Zeit, die Entfernung zwischen Spenderklinik
und dem Herzzentrum und nicht zuletzt die Witterungsumstände beeinflussen die
Wahl des Transportmediums. Hier reicht die Palette vom Notarztwagen bis hin zum
Learjet. Die Fahrten bzw. Flüge zum Spender und zurück zum Herzzentrum sind trotz
gebotener Vorsicht nicht ohne Risiko (Abb.: Einsatzradius und Organspenderorte
in Europa). Mehr
Informationen im Beitrag von Heinz-Hermann Weitkemper ...
Intrakardiale Druckmessung
Vor Aufnahme der extrakorporalen
Zirkulation beginnt der Operateur mit der Druckmessung, indem er am freipräparierten
Herz eine Messkanüle in die entsprechenden Herzkammern einführt. Verschiedene
Herzvitien erfordern unterschiedliche Messvorgänge. So werden z. B. bei einer
Aortenstenose folgende Messungen durchgeführt: Da bei einer Aortenstenose in der
linken Herzkammer ein erhöhter Druck aufgebaut werden muss, um das Blut durch
die verengte Klappenöffnungsfläche in die Aorta zu pumpen, entsteht ein Druckgradient
zwischen Ventrikel- und Aortensystole. Gemessen wird der linke Ventrikeldruck
und der Aortendruck mit provozierter Extrasystole, um eine subvalvuläre Stenose
auszuschließen. Die normale Öffnungsfläche der Aortenklappe beträgt zwischen 2,5–3,6
cm2 Erst bei einer Öffnungsfläche < 1 cm2 wird der Blutstrom
deutlich behindert. Bei einer ermittelten Klappenöffnungsfläche < 0,5 cm2
spricht man von einer schweren Aortenstenose, die sich im späteren Verlauf der
Krankheit einstellen kann (Abb.: Herzdruckmessplatz). Mehr
Informationen im Beitrag von Michael Richter ...
Aufbau einer Herzchirurgie im südamerikanischen Staat Surinam
In Surinam existiert keine Herzchirurgie. Zu den dominierenden Herzerkrankungen
zählen die Koronarsklerose und das rheumatische Mitralvitium. Patienten mit diesen
Erkrankungen, von denen schätzungsweise 5–8 % der Bevölkerung betroffen sind,
konnten im eigenen Land nicht interventionell behandelt werden. Aufgrund der langjährigen
kolonialen Zugehörigkeit zu Holland wurden im Rahmen eines humanitären Unterstützungsprojektes
früher ca. 50–100 Patienten pro Jahr zu einer Herzoperation nach Holland ausgeflogen.
Gutsituierte Surinamesen ließen sich als Selbstzahler vorwiegend in den USA operieren.
Die Behandlung im Ausland war in jedem Fall kostenintensiv und bedeutete fü die
Patienten eine längerfristige Trennung von ihren Angehörigen und der gewohnten
Umgebung. Mehr
Informationen im Beitrag von Dirk Buchwald ...
Die
transmyokardiale Laserrevaskularisation (TMLR)
Der Heart-Laser wird
für das chirurgische transmyokardiale Revaskularisations-Verfahren eingesetzt.
Mit dem TMLR-Verfahren werden am schlagenden Herzen neue Kanäle erzeugt, die es
dem sauerstoffangereicherten Blut in der linken Herzkammer ermöglichen, von Atherosklerose
befallene ischämische Herzmuskeln zu versorgen. In unserer Klinik kommt die transmyokardiale
Laserrevaskularisation zum Einsatz bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung,
bei denen ein Venengraft nicht möglich ist, z.B. bei sog. Small-Vessels-Disease,
diffuser Sklerose der Koronararterien, Re-ACB, aber auch in Kombination mit HLM.
Es werden in dem betroffenen ischämischen Gebiet mit dem Laser Kanäle von ca.
1 mm Durchmesser erzeugt, die transmural durch die Ventrikelwand verlaufen und
anschließend epikardial wieder verschließen. Das Erzeugen von Laserkanälen am
schlagenden Herzen erfordert einen Laser, der eine extrem hohe Energie abgeben
kann. Wir verwenden hierzu einen CO2-Laser (800 Watt) von 10–99 ms,
der mit dem EKG synchronisiert wird. Der Heart-Laser verfügt über einen zusätzlichen
He-Ne-Laser, der einen roten Leitstrahl aussendet und somit zur Orientierung und
exakten Anbringung des CO2-Laserstrahls dient (Abb.: Rechtwinkliges
Ansatzstück mit Gelenkarm und Laser-Leitstrahl). Mehr
Informationen im Beitrag von Rigobert Schnur ...
Kardiotechnik in Syrien
Die Herzchirurgie in Syrien bewältigt etwa 7000 Operationen pro Jahr. Dies bedeutet
also 437 Operationen mit Herz-Lungen-Maschine pro einer Million Einwohner. Die
Tendenz ist hier leicht steigend. In Syrien wird jede Herzoperation mit der gewohnten
Professionalität erledigt. Materialien und Vorgehensweisen entsprechen dem gewohnten
Bild. Dabei ist jedoch die technische Ausstattung, z. B. die Herz-Lungen-Maschinen,
im Durchschnitt älter als in der Bundesrepublik. Man ist dort nicht in der Lage,
veraltende medizinische Geräte so schnell durch modernere zu ersetzen wie bei
uns, die Kosten dafür sind einfach nicht tragbar. In der Regel werden die Geräte
solange gebraucht, wie sie funktionieren. Deutliche Unterschiede jedoch zeigen
sich sowohl im gesamten Tagesablauf als auch in der Organisation der einzelnen
Operation. Zum einen liegt dies sicher an der deutlich anderen Lebensweise (man
fängt dann zu operieren an, wenn alle da sind), die den Tag nicht derart streng
durchstrukturiert ablaufen läßt. Zum anderen natürlich an den deutlich niedrigeren
OP-Zahlen pro Hospital und Mitarbeiter. Mehr
Informationen im Beitrag von Volker Schmidt ...
Dialyse
Die Auswahl
des Hämodialyseverfahrens (Azetat- oder Bicarbonat-Dialyse), des geeigneten Dialysats
sowie die Vorabfestlegung der relevanten Dialyseparameter (z.B. Regelung des Volumenstatus,
Heparinisierung) wird in einer Vorbesprechung mit dem zuständigen Arzt getroffen.
Der Kardiotechniker beginnt daraufhin mit den folgenden vorbereitenden Maßnahmen:
Desinfektion des Dialysegerätes, steriler Aufbau des Dialyse-Systems, dessen Vorfüllen
mit kristalloider Lösung unter Heparinzugabe und Eingabe aller dialyserelevanten
Parameter. Die Heparinzugabe während der Dialyse erfolgt kontinuierlich und richtet
sich nach den Gerinnungseigenschaften des Blutes des jeweiligen Patienten. Ein
ACT-Wert zwischen 120–150 s ist ausreichend, um eine Koagulation im extrakorporalen
Kreislauf zu verhindern. Nach einer technischen Kontrolle kann der Patient an
das Dialysegerät angeschlossen werden. Mehr
Informationen im Beitrag von Michael Richter ...

