Zeitschrift KARDIOTECHNIK
Bücherjournal
„Hurra, p < 0,05! – Na und?“ und „Patienten, Power, Prädiktionen“, diese
zwei Veröffentlichungen von Beck-Bornholdt und Dubben in der KARDIOTECH-NIK
(für Wiederleser: 3/2002 S. 92–93 und 1/2003 S. 24–27) hatten vielfach den
Wunsch nach weitergehenden Angeboten zum Thema „Klinische Studien und Medizinische
Statistik“ geweckt. Seit knapp zwei Jahren bringt die KARDIOTECHNIK regelmäßig
Empfehlungen dazu im Bücherjournal. Seit dem Heft 2/2008 vermittelt PD Dr.
Kranke in seiner Serie „Studien, Statistik und Signifikanz“ – die auch in
dieser Ausgabe fortgeführt wird – Wissen darüber, und auch das hier vorzustellende
Buch ist gut geeignet, das Bedürfnis unserer Leser zu erfüllen: Hier werden
die Konzepte und Prinzipien der patientenorientierten Forschung verständlich
dargestellt – für Forscher und für jeden, der Studien liest.
In den ersten Kapiteln werden die wichtigsten Prinzipien der Studienplanung
dargestellt: Das Fundament jeder Studie ist das Festlegen der Hauptbeziehung,
die untersucht werden soll. In weiteren Abschnitten erhalten Sie konkrete
Angaben zur Messung der Zielgröße, zur Datenerfassung und Analyse der Daten.
Das Management eines Forschungsprojekts, die ethischen Aspekte, das Schreiben
eines Forschungsantrags und Tipps für das Schreiben einer Publikation sind
weitere Themen dieses Buches. Nur ein Beispiel für die glänzende Klarheit
des Buches sei hier gegeben. Die Autoren analysierten 50 Artikel in führenden
Journalen, fanden heraus, dass diese – jeweils im Median – zwei Absätze
für die Einleitung, sieben für die Methoden, sieben für die Ergebnisse und
sechs für Diskussion enthalten, und zeigen nun, wie man mit ganzen vier
Sätzen eine klinische Studie publikationsreif strukturiert: „Warum habe
ich die Studie angefangen?“ und „Was habe ich gemacht?“, die Antworten auf
diese beiden Fragen werden später der erste Satz und der letzte Satz der
Einleitung sein. „Was habe ich herausgefunden?“ und „Was soll das bedeuten?“,
die Antworten darauf bilden den ersten und den letzten Satz der Diskussion.
Ein wunderbares Buch also, das vollkommen wäre, wenn die Hinweise zu Anträgen
an die Ethikkommission nicht nur schweizerisches, sondern auch deutsches
und österreichisches Recht berücksichtigen würden. Doch auch so ist es unbedingt
zu empfehlen.
Holger Zorn, Halle (Saale)

